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Marokko Roadtrip- der Traum von 1001 Nacht

Rabat, Casablanca, Marrakesch, Atlasgebirge und die Küste

Reisezeitraum: November

Barbeque Steakhouse & Bar

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Reiseroute Marokko Roadtrip - Von Rabat, über Casablanca, Marrakesch, in das Atlasgebirge, bis zur Küste

Wir haben Marokko als Couple auf eigene Faust erkundet, in wunderschönen Airbnbs und Riads übernachtet und dabei die volle Bandbreite erlebt: atemberaubende Natur und herzliche Gastfreundschaft, aber auch den anstrengenden Trubel in den Souks von Marrakesch.
In diesem Bericht nehmen wir dich mit auf unseren Marokko Roadtrip von Rabat bis in die Mini-Sahara nach Tamri und verraten dir ganz ehrlich, warum man für einen Roadtrip durch den Süden Marokkos manchmal ein richtig dickes Fell braucht. Wer Marokko wirklich kennenlernen will, sollte sich ein Auto mieten. Es gibt einem die Freiheit, dort anzuhalten, wo die Aussicht am schönsten ist – zum Beispiel in den Bergen oder an einsamen Küstenstreifen. 

Die Rahmendaten:

  • Reisezeitraum: November / Dezember (22.11.-01.12.)
  • Reisestil: Individualreise mit Mietwagen. Achtet beim Mietwagen auf eine gute Versicherung und stellt euch darauf ein, dass der Verkehr in Städten wie Casablanca etwas „temperamentvoll“ sein kann!
  • Buchung von Unterkünften via Airbnb und Booking. Unsere Unterkünfte waren ein Mix aus modernen Airbnbs und traditionellen Riads. Achtet bei Booking auf die Lage. Riads in der Medina sind toll, aber oft nicht direkt mit dem Auto erreichbar (Parkplatzsuche einplanen.)
  • Navigation: Nutzt Offline-Karten (z.B. Google Maps Download), da der Empfang im Atlas-Gebirge lückenhaft sein kann.

Unsere Route im Überblick:

Rabat

Casablanca

Ouzoud Falls

Atlas Mountains

Marrakesch

Agadir

Paradise Valley

Dünen von Tamri

Tag 1–2: Die Hauptstadt Rabat am Atlantik

Unser Abenteuer in Marokko begann mit einer kleinen Überraschung: Wir landeten in Rabat, doch unsere Koffer hatten sich für eine andere Reiseroute entschieden. Trotz des holprigen Starts ließen wir uns die Laune nicht verderben, holten unseren Mietwagen am Flughafen Rabat-Salé ab und machten uns auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft.

Die Magie der Riads: Versteckte Schätze in engen Gassen

Die Suche nach unserem ersten Riad in der Medina war ein Erlebnis für sich. Wir navigierten durch enge, fast menschenleere Gassen, in denen wir uns anfangs etwas unwohl fühlten. Es wirkte kaum so, als würde sich hinter den schlichten Mauern ein Hotel verbergen.
Doch genau das haben wir auf unserer Reise gelernt: Das ist typisch Marokko. Während die Straßenzüge nach außen hin oft einsam oder heruntergekommen wirken, verbergen sich hinter den unscheinbaren Türen die prachtvollsten Innenhöfe und Oasen der Ruhe.

Im Vergleich zu Trubel-Metropolen wie Marrakesch oder Fès ist Rabat unglaublich entspannt. Die Stadt wirkt gepflegt, sicher und fast schon europäisch strukturiert, ohne dabei ihren traditionellen Charme zu verlieren. Für alle, die einen Roadtrip durch Marokko planen, ist Rabat der ideale Startpunkt:

  • Verkehr: Die Straßen sind breit und gut ausgebaut. Es ist der perfekte Ort, um sich stressfrei an den marokkanischen Fahrstil zu gewöhnen.
  • Atmosphäre: Weniger aufdringliche Verkäufer und ein authentischer Einblick in das moderne marokkanische Leben.
Sehenswürdigkeiten in Rabat:
  • Tour Hassan & Mausoleum: Das Wahrzeichen der Stadt. Der unvollendete Minarett-Turm und die über 200 Säulen der nie fertiggestellten Moschee bieten eine beeindruckende Kulisse für Fotos. Direkt daneben liegt das prunkvolle Mausoleum von Mohammed V. – der Kontrast zwischen den alten Steinen und der feinen Architektur ist faszinierend.
  • Plattforme du Semaphore: Ein echter Geheimtipp für den Ausblick. Von hier aus blickt man über die Mündung des Bou-Regreg-Flusses auf die Nachbarstadt Salé und den endlosen Atlantik.
  • Chellah: Diese mittelalterliche Nekropole liegt etwas außerhalb des Zentrums, abseits der Massen, und bietet eine wunderschöne Mischung aus römischen Ruinen und verwunschenen Gärten.
  • Kasbah des Oudaïas: Wir sind durch die berühmten blauen Gassen Rabats spaziert, die mit ihren leuchtend weiß und blau getünchten Hauswänden sofort Urlaubsstimmung verbreiten. Die Kasbah thront auf einem Felsen über dem Atlantik und bietet nicht nur tolle Fotomotive, sondern auch eine wunderbare Ruhe abseits des Stadtlärms. Hinter jeder Ecke verbergen sich hübsch verzierte Holztüren und kleine Kunstgalerien. Spaziere durch das Haupttor (Bab Oudaïa) und lass dich einfach treiben, bis du die Aussichtsplattform am Ende der Gassen erreichst. Von dort aus hast du einen spektakulären Blick über den Strand von Rabat und die Nachbarstadt Salé.
Tipps und Tricks in Rabat:
  • Kulinarik-Tipp: Frühstücken in der Oudaya-Kasbah. Besuche das “Café Maure” in der Kasbah des Oudayas. Dort gibt es traditionellen Minztee und marokkanisches Mandelgebäck mit einem fantastischen Blick auf den Fluss Bou-Regreg und das Meer.
  • Parken in der Nähe der Medina: Falls du mit dem Mietwagen anreist, suche dir bewachte Parkplätze (Parking Surveillé) außerhalb der Medina-Mauern. Die Gassen in der Altstadt sind viel zu eng für Autos. Die Wächter kosten meist nur ein paar Dirham pro Nacht.
  • Reise-Hack: Das “Survival-Kit” im Handgepäck: Da unsere Koffer weg waren, unser Tipp, den wir seither beherzigen: Packe immer ein Set Wechselwäsche, Zahnbürste und die wichtigsten Ladekabel ins Handgepäck. In Marokko kann man zwar alles günstig kaufen, aber nach der Landung ist man froh, das Nötigste griffbereit zu haben.

Tag 3 -4: Casablanca: Weltstadt-Flair und architektonische Giganten

Casablanca ist groß, laut und voller Energie. Hier spürt man den Puls des modernen Marokko. Wer die Stadt nur aus dem gleichnamigen Filmklassiker kennt, wird überrascht sein, wie großstädtisch, geschäftig und modern „Casa“ wirklich ist. Es ist das wirtschaftliche Herz des Landes und bietet einen spannenden Kontrast zu den traditionellen Königsstädten.

Sehenswürdigkeiten in Casablanca:
  • Hassan II Moschee (Unser Highlight): Sie ist nicht nur ein religiöser Ort, sondern ein Wunder der Ingenieurskunst. Mit dem höchsten Minarett der Welt (210 Meter) und einem Glasboden, durch den man das Meer sehen kann, ist sie absolut einzigartig. Wichtig: Es ist eine der wenigen Moscheen in Marokko, die man auch als Nicht-Muslim im Rahmen einer Führung von innen besichtigen kann – macht das unbedingt!
  • Sky 28 (Kenzi Tower): Für den besten Überblick über das Häusermeer von “Casa” solltet ihr in den 28. Stock des Kenzi Towers fahren. Bei einem Drink sieht man hier erst richtig, wie gigantisch die Stadt ist.
  • Marché Central: Wenn ihr das echte, ungeschönte Leben der Einheimischen sehen wollt, ist der Marché Central ein Muss. Zwischen frischem Fisch, bunten Gewürzen und duftenden Blumen könnt ihr hier fantastisch essen. Kauft euch frischen Fisch direkt am Stand und lasst ihn euch in einem der umliegenden kleinen Grill-Restaurants direkt zubereiten. Frischer geht es nicht!
  • La Corniche & Miami Plage: Die Vergnügungsmeile direkt am Meer. Hier trifft man sich zum Joggen, Spazierengehen oder einfach nur zum “Sehen und Gesehen werden”. Den Sonnenuntergang am Miami Plage zu beobachten, während die Brandung gegen die Felsen schlägt, war einer unserer schönsten Momente an der Küste.
  • Parc de la Ligue Arabe – Die grüne Lunge der Stadt. Nach dem Trubel der Großstadt ist der Parc de la Ligue Arabe der perfekte Ort zum Durchatmen. Die riesige Parkanlage wurde kürzlich aufwendig renoviert und beeindruckt mit ihren langen Palmenalleen, gepflegten Rasenflächen und modernen Springbrunnen. Ein Spaziergang hier fühlt sich fast wie eine kleine Auszeit in Kalifornien an und bietet tolle Ausblicke auf die nahegelegene Herz-Jesu-Kathedrale (Cathédrale Sacré-Cœur).
Tipps und Tricks in Casablanca:
  • Verkehr: Falls ihr selbst fahrt, bereitet euch mental auf viel Verkehr ohne die Beachtung von Verkehrsregeln vor. Auf den Straßen gilt: “Wer genug drängelt und hupt, kommt voran.” Falls euch das Verkehrstreiben zu chaotisch ist, könnt ihr in der Stadt am besten die „Petit Taxis“ (rote Autos) nutzen. Achtet darauf, dass das Taxameter eingeschaltet wird.
  • Kleidung: Da Casablanca sehr modern ist, ist der Kleidungsstil liberaler als auf dem Land. Dennoch sollte man beim Besuch der Moschee auf bedeckte Schultern und Knie achten.
  • Sicherheit: Wie in jeder Metropole sollte man in belebten Vierteln auf seine Wertsachen achten, aber insgesamt haben wir uns in den belebten Vierteln sehr sicher gefühlt.

Nützliche Links:

Tag 5: Ouzoud Falls und Atlas Mountains

Der Kontrast zum pulsierenden Küstenleben hätte nicht größer sein können, als wir das Landesinnere ansteuerten. Die Fahrt in die Atlas Mountains ist spektakulär: Die Straßen schlängeln sich durch zerklüftete Landschaften, vorbei an traditionellen Berberdörfern, bis plötzlich die Ouzoud Falls vor einem auftauchen.
Die Wasserfälle sind eine wahre grüne Oase inmitten der staubigen, roten Felslandschaft. Mit einer Fallhöhe von etwa 110 Metern stürzt das Wasser über drei Stufen in die Tiefe – ein Anblick, der in Marokko seinesgleichen sucht.

Sehenswürdigkeiten der Atlas Mountains / Ouzoud Falls:
  • Wanderung zum Fuß der Ouzoud- Wasserfälle: Der Weg führt über verschlungene Pfade und Treppen hinunter zum Becken. Überall blühen Pflanzen und man hat immer wieder neue, atemberaubende Fotoperspektiven.
  • Berberaffen (Magots): In den Bäumen rund um die Wasserfälle leben wilde Affen. Sie sind an Touristen gewöhnt und lassen sich oft aus nächster Nähe beobachten (aber Vorsicht: Es sind immer noch Wildtiere!).
  • Bootstour: Unten angekommen, kann man sich mit kleinen, bunt geschmückten Booten ganz nah an die herabstürzenden Wassermassen fahren lassen – eine willkommene Abkühlung.
  • Das Atlasgebirge: Haltet an verschiedenen Aussichtspunkten entlang der Gebirgsstraße an, um die bunten Berge des Atlasgebirges zu bestaunen und etwas über deren Entstehung zu lernen.
Tipps und Tricks bei den Ouzoud Falls:
  • Zeitmanagement: Plant genug Zeit für die Wanderung ein. Der Abstieg und der spätere Aufstieg dauern zusammen etwa 1 bis 2 Stunden, je nachdem, wie viele Fotostopps ihr einlegt. Der Weg ist fast so schön wie das Ziel selbst, also hetzt nicht durch.
  • Umgang mit den “Guides” (Wichtig!): Schon auf dem Parkplatz oder am Beginn der Wanderwege werden euch sehr wahrscheinlich viele Einheimische ansprechen und behaupten, man finde den Weg ohne Guide nicht oder die Pfade seien gefährlich.
    – Fakt ist: Die Wege sind gut ausgetreten und man kann sich eigentlich nicht verlaufen.
    – Unser Rat: Die Guides können sehr hartnäckig und fast schon aufdringlich sein. Wenn ihr die Tour lieber alleine machen wollt, lehnt höflich, aber bestimmt ab „La shukran” (“Nein, danke.”) . Wer doch einen Guide möchte, sollte den Preis unbedingt vorher fest aushandeln, um Diskussionen am Ende zu vermeiden.
  • Das richtige Schuhwerk: Auch wenn viele Touristen in Flip-Flops unterwegs sind: Die Wege können durch die Gischt der Wasserfälle stellenweise sehr rutschig und schlammig sein. Festes Schuhwerk oder gute Sneaker machen die Wanderung deutlich entspannter.
  • Kulinarik mit Aussicht: Entlang des Weges gibt es zahlreiche kleine Cafés und Restaurants, die Tajines direkt am Abhang servieren. Es gibt kaum etwas Schöneres, als mit Blick auf die tosenden Wasserfälle ein traditionelles marokkanisches Mittagessen zu genießen.

Tag 6-8: Marrakesch mit Jardin Majorelle und Le Jardin Secret

Marrakesch, die „Rote Stadt“ – ein Rausch aus Farben, Düften und 1001 Nacht – ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es ist laut, bunt und manchmal chaotisch, aber gleichzeitig voller versteckter Ruheoasen. Wir haben im Riad M’Boja (“Chez Ali Baba”) übernachtet und können es euch nur ans Herz legen: Ein wunderschöner, traditioneller Ruhepol mit detailverliebtem Design direkt in der wuseligen Medina. Das Frühstück und Abendessen im Innenhof war der perfekte Start und Abschluss für unsere Tage.

Sehenswürdigkeiten in Marrakesch:
  • Jemaa el-Fna (Gauklerplatz) bei Tag & Nacht: Das Herz von Marrakesch. Am Abend verwandelt sich der Platz in ein riesiges Freiluft-Restaurant mit unzähligen Marktständen. Schnappt euch einen frischen Minztee auf der Dachterrasse des Café de France. Von dort habt ihr den ultimativen Blick auf das Treiben, die Koutoubia-Moschee und den magischen Sonnenuntergang über der Stadt.
  • Souks (Märkte): Ein Spaziergang durch die roten Gassen der Medina gehört dazu. Hier findet ihr alles: handgefertigte Laternen, die wunderschöne Schatten werfen, bunt bemalte Tajines aus Keramik und farbenfrohe Leder-Babouches (Schlappen). Auch Esel mit ihren Karren gehören hier nach wie vor zum festen Stadtbild.
  • Koutoubia-Gärten: Für einen entspannten Spaziergang ohne Verkaufsdruck eignen sich die Gärten rund um das Wahrzeichen der Stadt, die Koutoubia-Moschee. Die Wasserspiele und blühenden Bougainvillea sind perfekt für eine kleine Auszeit.
  • Guéliz: Wenn ihr eine Pause vom Mittelalter-Flair der Medina braucht, fahrt in das moderne Viertel Guéliz. Hier ist die Architektur modern, es gibt schicke Boutiquen und westliche Cafés.
  • Jardin Majorelle: Der Jardin (Garten) Majorelle ist mit seinem ikonischen Kobaltblau und der gelben Architektur ein absolutes Fotomotiv. Die Palmen und Wasserspiegelungen sind wunderschön, aber es ist oft sehr voll.
  • Le Jardin Secret: Ein Geheimtipp mitten in der Medina. Dieser Garten ist oft weniger überlaufen. Die detailreiche Mosaikkunst und die botanische Vielfalt in diesem „geheimen Garten“ bieten eine unglaubliche Ruhe inmitten des Trubels.
Tipps und Tricks für Marrakesch:
  • Achtung bei den “Tiervorführern” auf dem Jemaa el-Fna! Das ist unserer Meinung nach der wichtigste Tipp für den Gauklerplatz: Lasst euch nicht bequatschen! Oft kommen Leute blitzschnell auf euch zu und hängen euch ungefragt Schlangen oder Affen um den Hals oder auf die Schulter für ein Foto. Sobald das Tier bei euch sitzt, verlangen sie aggressiv hohe Summen Geld. In diesem Fall höflich, aber sehr bestimmt „No“ sagen und sofort weitergehen. Vermeidet zu langen Blickkontakt mit diesen Anbietern.
  • Orientierung in der Medina: Die Gassen sind ein Labyrinth. Ladet euch eine Offline-Karte (z.B. Google Maps) herunter. Wenn euch jemand „hilfsbereit“ den Weg zeigen will, erwartet er am Ende fast immer ein Trinkgeld. Sucht euch lieber einen Shopbesitzer oder eine Frau mit Kindern, wenn ihr wirklich Hilfe braucht.
  • Handeln gehört dazu: In den Souks ist der erste Preis nie der Endpreis. Handeln ist ein Spiel und gehört zur Kultur. Startet bei etwa 30–50 % des genannten Preises und trefft euch in der Mitte. Aber: Handelt nur, wenn ihr auch wirklich Kaufinteresse habt.
  • Trinkwasser: Trink niemals Leitungswasser. Nutze ausschließlich versiegeltes Flaschenwasser (auch zum Zähneputzen empfohlen).
  • Taschendiebe: In Menschenmengen (besonders auf dem Djemaa el Fna) solltest du deinen Rucksack vorne tragen oder Wertsachen eng am Körper verstauen.
  • Essen: Streetfood am Abend auf dem Gauklerplatz ist ein Erlebnis, aber achte darauf, wo viele Einheimische essen – dort ist der Umschlag hoch und das Essen meist frisch.

Nützliche Links:

Tag 9-11: Agadir, Paradise Valley und die Dünen von Tamri

Zum Abschluss unserer Reise ging es Richtung Süden. Während Agadir die perfekte Basis zum Entspannen an der „La Côte d’Or“ bietet, haben uns vor allem die Ausflüge in die Umgebung tief beeindruckt: Paradise Valley und die Dünen von Tamri.

Agadir – Sonne, Strand und die weiße Stadt am Atlantik

Während Orte wie Marrakesch für ihr historisches Chaos bekannt sind, ist Agadir das moderne, entspannte Gesicht Marokkos. Nach dem schweren Erdbeben von 1960 wurde die Stadt fast komplett neu aufgebaut und präsentiert sich heute mit breiten Boulevards, einer schier endlosen Strandpromenade und einer hervorragenden touristischen Infrastruktur.

  • La Côte d’Or – der goldene Strand von Agadir – zieht sich über neun Kilometer am Atlantik entlang und ist das Herzstück der Stadt. Hier kannst du perfekt abschalten, in einem der vielen Beach-Clubs entsannen oder dich im Wassersport ausprobieren.
  • Blick von der Kasbah: Für das beste Panorama musst du hoch zur alten Festung (Agadir Oufella). Seit Kurzem fährt sogar eine moderne Seilbahn direkt vom Hafen hoch zu den Ruinen.
  • Souk El Had: Der größte Markt der Region. Er ist strukturierter als in Marrakesch und perfekt, um hochwertiges Arganöl direkt aus der Region zu kaufen.
  • Fischereihafen: Besuche den Fischereihafen für fangfrischen Fisch direkt vom Grill – authentisch und günstig.
  • Medina d’Agadir: Ein absoluter Geheimtipp. Da die historische Altstadt beim Beben von 1960 zerstört wurde, hat der italienische Architekt Coco Polizzi in den 90er Jahren eine neue Medina erschaffen. Der Komplex wurde aus traditionellen Materialien wie Stein aus dem Atlasgebirge, Lehm und Holz erbaut. Wenn du durch die verwinkelten Gassen und unter den verzierten Bögen spazierst, fühlst du dich wie in einem marokkanischen Märchen. Es ist dort deutlich ruhiger und sauberer als in den ursprünglichen Medinas des Landes. Die Medina liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums im Viertel Ben Sergao. Es gibt ein sehr schönes Café im Inneren, in dem du in Ruhe einen Minztee trinken kannst, während du die kunstvolle Architektur genießt.
Paradise Valley – die grüne Oase im Hinterland

Wenn du dem Trubel der Küste entfliehen willst, ist das Paradise Valley (Paradies-Tal) im Hohen Atlas ein absolutes Muss. Etwa 60 Kilometer von Agadir entfernt erwartet dich eine spektakuläre Schlucht mit türkisblauen, natürlichen Felsenpools und riesigen Palmen. Ein traumhafter Kontrast zur kargen Berglandschaft.
Nach einer etwa 20- bis 30-minütigen Wanderung durch das Flussbett erreichst du die tiefen Pools, die zum Springen und Schwimmen einladen. Es ist der perfekte Ort für einen Tag voller Natur und Entspannung.

  • Beste Reisezeit: Frühling (Februar bis Mai), wenn die Wasserfälle nach dem Winter am meisten Wasser führen. Bei uns waren die Wasserbecken leider nahezu leer. 
Dünen von Tamri – Der Ort, an dem die Sahara auf den Atlantik trifft

Die Dünen von Tamri sind ein Ort, der sprachlos macht. Nur etwa 45 Minuten nördlich von Taghazout gelegen, bietet Tamri eine fast magische Kulisse: Riesige, goldene Sanddünen treffen hier direkt auf die tosende Brandung des Atlantiks.
Neben der Moschee in Casablanca war das unser zweites großes Highlight der Reise. Wenn du oben auf dem Kamm einer Düne stehst, vor dir die Weite des Ozeans und hinter dir das schroffe Gebirge, fühlt es sich an wie das Ende der Weltpure Freiheit.

Tipps und Tricks für Agadir, Paradise Valley und die Dünen von Tamri:
  • Medina d’Agadir:
    • Der Zugang kostet eine kleine Gebühr (ca. 40 Dirham), die sich aber für die Pflege des Geländes absolut lohnt.
    • In der Medina findest du viele kleine Ateliers. Hier kannst du Künstlern direkt bei der Arbeit über die Schulter schauen – von Holzschnitzern bis hin zu Mosaiklegern.
  • Paradise Valley:
    • Meide das Wochenende, da es dann auch viele Einheimische hierher zieht.
    • Trage festes Schuhwerk, da die Felsen rutschig sein können und packe ausreichend Getränke ein.
  • Dünen von Tamri:
    • Komm zum Sonnenuntergang! Das glühende Orange des Sandes im Gegenlicht ist ein unvergessliches Fotomotiv.
    • Windschutz: Der Wind kann an der Küste stark sein – eine Sonnenbrille und eine leichte Windjacke sind sehr empfehlenswert.

Unser Reise-Fazit - Roadtrip durch Marokkos Süden

Die Vielfalt unserer Route – vom Start in Rabat und Casablanca über das trubelige Marrakesch bis hin zur rauen Natur der Atlas Mountains – hat uns gezeigt, wie facettenreich dieses Land ist. Es ist genau diese Mischung aus Komfort an der Küste und echtem Abenteuer im Hinterland, die diesen Roadtrip unvergesslich gemacht hat. Marokko ist laut, bunt und manchmal auch fordernd.

Unsere Highlights waren Casablanca, Marrakesch und die Sanddünen von Tamri/ Agadir. 

Bei all der Schönheit darf man eines nicht verschweigen: Als Tourist in den großen Zentren – besonders in Marrakesch und rund um die Souks, aber auch bei den Top Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Ouzoud-Wasserfällen – braucht man ein dickes Fell. Man wird oft bedrängt, angesprochen und fast jeder will einem etwas verkaufen oder den Weg zeigen (natürlich gegen Geld).
Es kann anstrengend sein, wenn an jeder Ecke jemand versucht, einem etwas „aufzudrehen“ oder behauptet, der Weg sei gesperrt, um einen in einen bestimmten Laden zu locken. Das gehört leider zur Realität dazu.
Unsere Tipps für den Umgang damit: Ein freundliches, aber bestimmtes „La shukran” (“Nein, danke.”) Bleib höflich, aber geh direkt weiter. Wer stehen bleibt oder zögert, hat meist schon „verloren“. Es fühlte sich für uns oft unhöflich an, aber manchmal ist es das Beste, auf Zurufe gar nicht erst zu reagieren. Beachte immer: Wenn dir jemand ungefragt den Weg zeigt oder dir etwas in die Hand drückt (wie Hennamalerei oder ein Armband), ist das fast nie umsonst.

Unser Reise-Tipp für einen Marokko Roadtrip:
Lasst euch auf das Chaos ein und seid bereit zu verhandeln. Stellt euch aber darauf ein, dass ihr als Touristen definitiv “begehrt” seid und die Menschen vor Ort Einiges versuchen, um euch ihre Güter oder Dienstleistungen zu verkaufen.